ATP Brisbane: Miedler startet Saison 2026 mit Titelgewinn
In Kalenderwoche zwei hat auch auf der ATP- und WTA-Ebene die neue Saison so richtig begonnen. Und das aus österreichischer Sicht mit einigen Erfolgserlebnissen – in erster Linie durch Lucas Miedler. Das langjährige Mitglied des KURIER Austria Davis Cup Teams entschied beim ATP-250-Turnier in Brisbane die Doppelkonkurrenz für sich, durch einen Finalsieg über die aktuellen Nummern eins und zwei der Doppelweltrangliste. Aber auch Davis-Cup-Teamkollege Jurij Rodionov wusste mit seinem Endspieleinzug beim ATP-75-Challenger in Nouméa zu überzeugen, Youngster Joel Schwärzler mit seinem Doppeltitel und Einzelhalbfinale beim ATP-50-Challenger in Nonthaburi. Darüber hinaus gelang Thilo Behrmann beim ITF-J300-Event in New Delhi ein Doppelcoup. Hier gibt’s die wichtigsten Ereignisse der abgelaufenen Woche aus rot-weiß-roter Perspektive.
- ATP-250-/WTA-500-Turnier in Brisbane (Australien): Was für ein Saisonstart für Lucas Miedler! Der Niederösterreicher eroberte beim Brisbane International presented by ANZ, mit dem Portugiesen Francisco Cabral, die elfte ATP-Doppelkrone in seiner Karriere, die vierte mit seinem Stammpartner. Nach einem Freilos und zwei Zweisatz-Siegen nahmen die beiden Drittgesetzten in der Vorschlussrunde die sechstgereihten Franzosen Sadio Doumbia und Fabien Reboul mit 7:6 (3), 4:6 und 10:7 im Match Tiebreak raus. Im Finale ließen sie sich danach auch von den Titelverteidigern und regierenden Wimbledon- bzw. Wien-Champions nicht stoppen und bezwangen die topgelisteten Briten Julian Cash und Lloyd Glasspool mit 6:3, 3:6 und 10:8 im Match Tiebreak – eine geglückte Revanche für die beiden Niederlagen im Wien-Finale und Paris-Halbfinale im Herbst. „Das Champions Tiebreak war ein Hin und Her, Gott sei Dank mit besserem Ende für uns. Aber wir haben die Woche generell einfach schon ein sehr gutes Level gezeigt. Wir sind sehr happy, wie die ganze Woche war und mit dem krönenden Abschluss. Die sind momentan die Besten, und die zu schlagen, ist schon mal ein guter Wegweiser“, freute sich Miedler. Im parallel ausgetragenen WTA-Turnier gewann Anastasia Potapova durch ein 7:5, 4:6, 6:4 über die für Australien spielende Russin Daria Kasatkina ihr erstes Match als Neo-Österreicherin, musste sich allerdings anschließend in der zweiten Hauptrunde gegen die Russin Diana Shnaider mit 1:6, 3:6 verabschieden.
- ATP-250-Turnier in Hong Kong (China): Alexander Erler eröffnete das Tennisjahr 2026 zunächst ebenso mit einem Sieg. Der Tiroler schlug, zusammen mit dem US-Amerikaner Robert Galloway zweitgesetzt, Ray Ho (Taiwan) und Hendrik Jebens (Deutschland) mit 6:3, 7:6 (4). Im Doppelviertelfinale zogen die beiden gegen die italienischen Einzelstars Lorenzo Musetti und Lorenzo Sonego mit 7:5, 3:6 und 4:10 den Kürzeren.
- WTA-250-Turnier in Auckland (Neuseeland): Sinja Kraus verbleibt auf Tuchfühlung mit dem erstmaligen Sprung unter die Top 100 des WTA-Rankings. Bei ihrem Saisonauftakt schrieb die Wienerin gleich mal kräftig an, eliminierte in der Qualifikation mit der Lettin Anastasija Sevastova und der Französin Kristina Mladenovic die ehemalige Nummer elf bzw. zehn der Welt. Dem ließ sie im Hauptfeld ein 6:3, 6:3 im ÖTV-Duell mit Julia Grabher folgen und erreichte damit ihr drittes WTA-Achtelfinale nach Bogotá 2023 und Hamburg 2025. Die Viertelfinalpremiere verpasste Kraus danach unglücklich, indem sie der Britin Francesca Jones nach 6:1,-3:0-Führung mit 6:1, 4:6, 1:6 unterlag. Lilli Tagger schied bei ihrem ersten Turnierauftritt 2026 in der zweiten und letzten Qualifikationsrunde aus.
- ATP-125-Challenger in Bengaluru (Indien): Neil Oberleitner erreichte mit Lokalmatador Narayanaswamy Sriram Balaji das Doppelsemifinale, wo der Wiener mit seinem Partner gegen die Franzosen Arthur Reymond und Luca Sanchez nach zwei Tiebreaks mit 6:7 (4), 6:7 (3) das Nachsehen hatte. Im Einzel schied er in der ersten Hauptrunde aus.
- ATP-125-Challenger in Canberra (Australien): Sebastian Ofner ist wieder da! Bei seiner Rückkehr nach verletzungsbedingt knapp dreimonatiger Zwangspause musste sich der Steirer aber in Runde eins dem Ex-Weltranglisten-23. Dusan Lajović aus Serbien mit 3:6, 2:6 geschlagen geben. Lukas Neumayer meisterte die Qualifikation, verlor darauf jedoch ebenfalls in der ersten Hauptrunde.
- ATP-75-Challenger in Nouméa (Neukaledonien): Ausrufezeichen von Jurij Rodionov. Der Niederösterreicher stürmte im französischen Überseegebiet ohne Satzverlust unter die letzten Vier, eliminierte auf dem Weg dorthin im Viertelfinale auch den toppositionierten Australier Jordan Thompson mit 6:4, 6:4. Im Kampf um einen Platz im Endspiel legte der ÖTV-Davis-Cup-Spieler nach und zwang auch dessen Landsmann Blake Ellis mit 6:4, 6:7 (5), 6:3 in die Knie. Einzig die Krönung blieb Rodionov knapp verwehrt: Er musste sich im Duell um den Turniersieg dem durch Gerald Melzer betreuten Franzosen Arthur Géa mit 3:6, 6:4, 5:7 beugen.
- ATP-50-Challenger in Nonthaburi (Thailand): Auch der Start von Joel Schwärzler in die neue Spielzeit konnte sich sehen lassen. Der junge Vorarlberger schaffte es durch zwei hart erarbeitete Dreisatz-Erfolge und einen w.o.-Sieg über den Italiener Lorenzo Giustino gleich bis in die Vorschlussrunde, wo gegen den Japaner Rio Noguchi allerdings mit 2:6, 2:6 Endstation war. Im Doppel lief es sogar noch besser: Dort ergatterte der 19-Jährige mit dem Israeli Daniel Cukierman seinen zweiten ATP-Challenger-Doppeltitel nach Tulln 2025. Die beiden mussten bloß im Semifinale beim 2:6, 6:3 und 10:4 im Match Tiebreak über die Japaner Yuta Shimizu und Naoki Tajima einen Satz abgeben, das Finale gegen Cheng-Peng Hsieh und Tsung-Hao Huang aus Taiwan war dahingegen mit einem 6:3, 6:1 eine klare Sache. Schwärzler klopft hiermit als neue Nummer 202 der Welt an der Tür zu den 200 besten Doppelspielern.
- ITF-J300-Turnier in New Delhi (Indien): Gleich nach dem Startschuss zu seiner letzten Saison bei den Unter-18-Jährigen stellte Thilo Behrmann seinen bisher größten Coup im Doppel ein und holte seine gesamt sechste ITF-Doppelkrone. An der Seite des Kasachen Damir Zhalgasbay topgesetzt, mussten die beiden nur in der ersten Runde über die volle Distanz gehen. Das Endspiel gegen die zwei Südkoreaner Junseo Jang und Dongjae Kim dominierten sie mit 6:0, 6:2. Im Einzel rang der Wahlburgenländer im Achtelfinale Gabriel Niedermayrs Qualifikationsfinalbezwinger Kamil Stolarczyk (USA) mit 7:5, 2:6 6:2 nieder, zog jedoch anschließend gegen Lokalmatador Arnav Paparkar mit 2:6, 5:7 den Kürzeren.