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Erste Bank Open: Zverev krönt sich in Wien zur Nummer 1

Der French-Open- und US-Open-Champion übernimmt am Montag erstmals die Weltranglistenspitze.
Verfasst von: Presseaussendung / Redaktion, 30.10.2026
© e|motion group / Christian Hofer
Turnierdirektor Herwig Straka (links) und Turnierbotschafter Thomas Muster (Mitte) stellten sich bei Alexander Zverev (rechts) als Gratulanten ein.

Alexander Zverev steht nach einem Zweisatz-Sieg über Tallon Griekspoor im Viertelfinale der Erste Bank Open. Der Deutsche (ATP 2) setzte sich am Donnerstag gegen den Niederländer (ATP 50) mit 6:4, 7:5 durch und machte damit zugleich den Sprung an die Spitze der Weltrangliste perfekt. Ab Montag wird er als insgesamt 30. Nummer eins der Tennisgeschichte geführt. Carlos Alcaraz Garfia steht nach einem Erfolg gegen Nikoloz Basilashvili ebenfalls im Viertelfinale.

Alexander Zverev erwischte gegen Tallon Griekspoor einen Start nach Maß und nahm dem Oranje gleich dessen erstes Aufschlagspiel ab. Diesen Vorsprung verteidigte der topgesetzte Hamburger souverän und verwandelte nach 40 Minuten gleich den ersten Satzball standesgemäß mit einem Ass zum 6:4. Auch im zweiten Durchgang präsentierte sich Zverev bei eigenem Service überragend. Griekspoor fand keinerlei Zugriff auf die Aufschlagspiele seines Gegners. Beim Stand von 5:5 erhöhte Zverev noch einmal den Druck und schaffte das entscheidende Break zum 6:5. Nach insgesamt 96 Minuten beendete er die Partie, wie er bereits den ersten Satz abgeschlossen hatte – mit einem Ass.

„Eines der besten Gefühle der Welt“

Nach dem verwandelten Matchball brachen bei Zverev alle Emotionen heraus. „Für alle, die nicht ganz verstehen, warum ich so juble: Ich bin Nummer eins der Welt geworden“, erklärte er noch auf dem Centre Court, wo ihm Turnierdirektor Herwig Straka und die heimische Tennislegende Thomas Muster, Turnierbotschafter und bekanntlich selbst Ex-Weltranglistenerster, gratulierten. „Es ist ein unfassbar besonderes Gefühl, hier auf dem Platz zu stehen und zu wissen, dass ich am Montag, wenn die neue Weltrangliste erscheint, die Nummer eins der Welt bin. Das ist eines der besten Gefühle der Welt.“ Einen großen Anteil an diesem Meilenstein schrieb Zverev seinem langjährigen Team zu. „Wir sind eine Mannschaft und haben alles miteinander erlebt. Ich habe mehr oder weniger dieselbe Mannschaft seit Beginn meiner Karriere. Dieser Verdienst ist natürlich nicht nur meiner, sondern einer des gesamten Teams.“

Besonders freute sich der Deutsche darüber, diesen historischen Moment ausgerechnet in Wien feiern zu dürfen. „Die Stadthalle ist eines meiner absoluten Lieblingsstadien, weil ich immer das Gefühl habe, hier zu 100 Prozent unterstützt zu werden. Es ist immer voll und es herrscht immer eine Wahnsinnsatmosphäre. Vielen Dank, dass ihr diesen Tag so besonders gemacht habt.“ Viertelfinalgegner von Zverev ist am Freitag um nicht vor 17:30 Uhr in einer Neuauflage des diesjährigen Wimbledon-Halbfinales Arthur Fery. Der Brite (ATP 35) setzte sich in der Marx Halle in einer 2:45 Stunden dauernden Marathonpartie gegen den Italiener Lorenzo Musetti (ATP 26) mit 6:4, 5:7, 6:4 durch.

Alcaraz nach Tiebreak-Krimi eine Runde weiter

Carlos Alcaraz Garfia, bei den Erste Bank Open hinter Zverev als Nummer zwei gesetzt, zog ohne Satzverlust in das Viertelfinale ein. Nachdem der spanische Superstar gegen Nikoloz Basilashvili (ATP 95) den ersten Satz mit 6:1 gewonnen hatte, steigerte sich der georgische Jurij-Rodionov-Bezwinger im zweiten Durchgang deutlich und ließ im Tiebreak gleich vier Satzbälle ungenützt. Auf der anderen Seite konnte auch Alcaraz Garfia seine ersten drei Chancen auf den Sieg nicht nützen. Den vierten Matchball verwertete der siebenfache Grand-Slam-Champion aber nach 1:40 Stunden zum 6:1, 7:6 (11).

„Ich habe auch zu Beginn des zweiten Satzes gut gespielt, war ja auch ein Break voran, aber dann haben sich Fehler eingeschlichen, und er ist dann stärker geworden. Und das Tiebreak war eine Achterbahnfahrt“, fasste Alcaraz Garfia das Match zusammen, um danach auch noch dem Wiener Publikum Rosen zu streuen: „Ich fühle mich hier geliebt, ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, Energie und Liebe. Ich versuche, gutes Tennis zu spielen, schöne Punkte zu spielen, um das Ticket zurückzuzahlen. Es ist für mich ein Privileg, hier vor diesem Publikum in Wien zu spielen.“ Nächster Gegner von Alcaraz ist der siebtgereihte US-Amerikaner Tommy Paul (ATP 14), der in der Marx Halle den Italiener Luciano Darderi (ATP 23) in lediglich 48 Minuten mit 6:1, 6:1 vom Platz fegte.

Medvedev siegt nach hartem Kampf, tränenreiches Aus von Cobolli

Viel härter hatte der als Nummer drei gesetzte Russe Daniil Medvedev (ATP 5) zu kämpfen, um den Briten Cameron Norrie (ATP 41) mit 4:6, 6:3, 7:6 (1) in die Knie zu zwingen. Der Wien-Sieger des Jahres 2022 wehrte dabei bei 4:5 im dritten Satz als Rückschläger sogar einen Matchball ab und bekommt es nun mit dem französischen Qualifikanten Adrian Mannarino (ATP 73) zu tun, der bereits am Mittwoch gegen den achtgelisteten Tschechen Jakub Mensík (ATP 16) mit 6:4, 7:5 gewann.

Der viertgereihte Paris-Finalist Flavio Cobolli (ATP 6) musste im Achtelfinalduell gegen seinen italienischen Landsmann und Freund Matteo Berrettini (ATP 48) beim Stand von 2:5 im ersten Satz wegen einer Verletzung an der linken Hüfte aufgeben. Berrettini tröstete den sichtlich verzweifelten Cobolli, der weinend den Centre Court in der Wiener Stadthalle verließ, und trifft nun auf den an Nummer fünf gesetzten Australier Alex de Minaur (ATP 10), der den US-Youngster Learner Tien (ATP 18) am Mittwoch mit 6:4, 6:2 bezwang.

Knapper Auftaktsieg von Miedler/Oberleitner

Das neuformierte heimische Duo Lucas Miedler und Neil Oberleitner startete mit einem Sieg in den Doppelbewerb. Die Shanghai-Triumphatoren besiegten das tschechisch-neuseeländische Paar Petr Nouza und Michael Venus nach 7:8-Minibreakrückstand im entscheidenden Match Tiebreak mit 6:4, 4:6, 10:8. „Ein bisserl zu spannend für unseren Geschmack“, atmete Oberleitner tief durch. „Gottseidank haben wir es gewonnen, am Ende. Wir sind natürlich überglücklich, dass wir in der zweiten Runde stehen. Für mich war es natürlich auch ein bisschen ein Prestigematch, weil ich gegen meinen Ex-Partner (Nouza; Anmerkung) gespielt habe. Das macht das Ganze noch ein bisschen interessanter und spannender.“

Miedler stimmte zwar zu, dass es am Ende schon eine Qualität sei, solche engen Partien zu gewinnen, bekannte aber zugleich: „Heute muss man sagen, es hat nicht viel gefehlt – eine Netzkante vielleicht, wenn der Eine bei 8:7 (für Nouza/Venus, die dann zwei Matchbälle gehabt hätten; Anmerkung) drübergeht. Wir haben uns das Leben heute vielleicht ein bisschen zu schwer gemacht.“ Das Momentum sei im zweiten Satz verloren gegangen, und im Match Tiebreak „ist es dann ein bissl Elfmeterschießen“. Auch die Fans hätten die beiden in der Marx Halle durchgetragen.

Die Viertelfinalgegner des Niederösterreichers Miedler und des Wieners Oberleitner sind am Freitag die amtierenden Wimbledon-Champions Harri Heliövaara (Finnland) und Henry Patten (Großbritannien). „Die sind Nummer eins der Welt, die sind mit Abstand das beste Team heuer, also die machen Dinge extrem gut. Das schaut teilweise gar nicht spektakulär aus, weil sie es einfach so gut machen. Ich habe sie bei dem Turnier trotzdem schon mal geschlagen“, blickte Miedler voraus. „Wenn solche Dinge möglich sind, dann immer vor dem Heimpublikum, und auf diese Atmosphäre hoffen wir morgen.“

Sieg und Niederlage für die Österreicher beim Rollstuhltennisturnier

Zum Auftakt des Erste Bank Open Wheelchair Invitational presented by win2day in der Marx Halle gab es Sieg und Niederlage für die beiden Österreicher. Nachdem zunächst die rot-weiß-rote Nummer eins Nico Langmann gegen den Italiener Luca Arca mit 6:1, 6:3 gewann, hielt sich der 18-jährige Vorarlberger Maximilian Taucher bei der 2:6,-2:6-Niederlage gegen den britischen Weltranglistenzweiten Alfie Hewett trotz des klaren Resultats beachtlich.

Hewett ist nun am Freitag in der zweiten Partie nach 13:00 Uhr der Halbfinalgegner von Langmann. Im ersten Semifinale treffen der spanische Weltranglistendritte Martin de la Puente und der britische Titelverteidiger Gordon Reid aufeinander.

 

TICKETINFORMATION

Eintrittskarten für die Erste Bank Open können auf den Websites www.erstebank-open.com/tickets, www.stadthalle.com und www.wien-ticket.at erworben werden. Auskünfte erteilt zudem die Tickethotline unter der Telefonnummer 01 / 79 999 79.

Einzeltickets für die Matches des ATP-Turniers, des Rollstuhltennisevents sowie das Training der Tennisstars in der Marx Halle sind um 25 Euro pro Tag erhältlich. Für Kinder bis 5 Jahre ist der Eintritt frei, Kinder- und Jugendtickets (6 bis 15 Jahre) belaufen sich auf 12,50 Euro. Dazu werden attraktive Family-Tickets für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder für 69 Euro ebenso angeboten wie VIP-Pakete für einzelne Tage und die gesamte Turnierwoche. Infos unter https://www.erstebank-open.com/de-at/tickets/tickets/vip-marx-halle.

| e|motion group / Christian Hofer

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